Die Eine für Vieles in der E-Schrott Aufbereitung: Kombiniere und sortiere mit der STEINERT KSS

28 November 2017

Im Mai 2015 begannen die Arbeiten im Test Center in Köln. Die Firma Bühlmann Recycling aus der Schweiz hatte eine besonders anspruchsvolle Sortieraufgabe für die STEINERT-Applikationsspezialisten parat:

Kompakter Anlagenbau für flexible Aufgaben: Kombinations-Sortiersystem STEINERT KSS (hinten) und UniSort Black

Hansueli Bühlmann von Bühlmann Recycling

Touch Panel ermöglicht einfache Auswahl der Sortierprogramme

Schema des Prozesses Quelle: MWN, Schweiz

Inputmaterial E-Schrott (WEEE)


Die Herausforderung lag darin, mit einer flexiblen Anlage, sprich anpassungsfähig für zukünftige Inputmaterialien, verschiedene Produkte zu erzeugen, um mit dem Invest die Zukunft weiter zu sichern. Im Aufgabebunker lag E-Schrott (WEEE). Heute, knapp 2 Jahre später, ist die Anlage durch STEINERT Partner MWN im schweizerischen Lyss in Betrieb und produziert die gewünschten Ergebnisse.

Hansueli Bühlmann ist bekannt für seinen Innovationsgeist. Es treibt ihn an Wege zu finden, die die Aufbereitung leichter macht - „nicht so mühevoll“, wie er meint. Charakteristisch für ihn ist, dass Investitionen lange überlegt sind – er kennt den Markt wenn er kauft. Ihn treibt an, keine Reste übrig zu behalten und so tief aufzubereiten, dass jedes Gramm einen Wert für sein Unternehmen bringt – Zero Waste, sozusagen. „Im STEINERT Test Center wurde uns im Detail gezeigt, was die Maschinen können. Der Einsatz der Mitarbeiter hat uns beeindruckt“, blickt Bühlmann zurück. Bühlmann, das ist ein Familienbetrieb, der sich von den Großen abheben muss – und das funktioniert mit der Spezialisierung auf Nischen – nicht auf Massen. Die Nase für Innovationen und die Kontrolle über Investitionsbudget und Zeitpunkt machen Hansueli Bühlmann erfolgreich. „Wenn der Bühlmann etwas angeht, dann steckt da was hinter“, hört man Branchenkenner sagen. Und weil er seiner Zeit voraus ist, öffnet er auch ohne Bedenken seine Türen. Aber warum ist ein Unternehmen in der Schweiz so weit vorn? Die Antwort ist einfach: In der Schweiz wurden bereits früher als in den EU Ländern die Direktiven zur E-schrott Aufbereitung erfüllt (WEEE Directive 2012/19/EU). Seit jeher treibt die Aufbereiter in der Schweiz ein weitrechendes stoffliches Recycling an.

Flexible auf Marktbedürfnisse reagieren

Dreh- und Angelpunkt für die Flexibilität sind die STEINERT Sensorsortiersysteme STEINERT KSS und die UniSort Black. Die erste besitzt einen Farb-, Röntgen- und Metall-Sensor sowie eine lasergestützte 3D Erkennung. Das Überlagern von Sensoren und Signalen ermöglicht die Bewältigung von ganz unterschiedlichen Sortieraufgaben. In der Steuerung lassen sich mehrere Programme voreinstellen, die via Touch Panel ausgewählt werden können.

Die zweite Maschine sortiert mit einem HSI (Hyper Spectral Imaging) NIR-Sensor. Die hochauflösende Kameratechnik ermöglicht sogar die Erkennung sonst nicht detektierbarer, schwarzer Kunststoffe.

Mit diesen beiden Maschinen am Ende der Bühlmann-Prozesskette, ermöglicht STEINERT eine Veredelung der Produkt-Qualität wie seine Abnehmer sie benötigen: und das sowohl in der Sortierung des E-Schrotts als auch in der Kunststoffaufbereitung. Flexibel und kompakt – so lässt sich der Teil der Anlage auf den Punkt bringen. Das System der 11 Förderbänder mit reversierbaren Austragsbändern macht flexibel. Die Maschinen können wahlweise parallel oder seriell geschaltet werden und damit verschiedene Sortieraufgaben erfüllen. Der Verfahrensablauf ist einfach und ermöglicht viele verschiedene Produkte durch die voreingestellten Rezepte. Bühlmann passt sich damit an – an das was ihm die Gesetzgebung, neue Designs von Elektrogeräten oder wechselnde Preise an den Börsen vorgeben und sortiert das, was er gewinnmaximierend platzieren kann.

Die Prozesse

Früher war im Prozess nach der Zerkleinerung und der Fe/NE Abscheidung Schluss: Die Reste wurden nicht weiter aufbereitet und deren Weiterverarbeitung musste bezahlt werden. Im Gegensatz zu heute. Der Drop der vorgelagerten Magnetscheider für Eisen und Nichteisen-Metalle geht jetzt direkt zur STEINERT KSS. Im ersten Prozessschritt des 12-30 mm großen E-Schrotts, erzeugt das Multisensor-Sortiersystem STEINERT KSS ein Platinen/Kabel Produkt. Zusätzlich werden flammhemmende, auch schwarze, Kunststoffe separiert. Der Rest dieses Sortierschrittes fährt über die UniSort Black, die mit ihrem NIR Sensor die sichtbaren Kunststoffe (ABS, PS, PE, PP) erkennt und aussortiert. Aus dem anfallenden Rest wird nochmals mittels UniSort Black eine Fraktion von schwarzen Mischkunststoffen erzeugt, die in der nachgelagerten Recycling-Industrie ihre Abnehmer findet.

Simultan arbeitet die STEINERT KSS an der Sortierung des NE-Metalls aus der vorgelagerten Nichteisen-Abscheidung. Der Röntgensensor erzeugt ein sauberes Alu-Produkt und trennt Schwermetalle ab. Per Farbsortierung wird das Schwermetall-Produkt dann in Kupfer, Messing und Graumetalle sortiert.

So generiert Bühlmann mit nur 2 Maschinen bis zu 7 verschiedene Produkte. Weitere Kombination aus Sensoren werden den Rezepten zeitnah hinzugefügt - für zukünftige Sortieraufgaben.

Um die Wertschöpfung zu vertiefen, könnten schwarze Kunststoffe noch in ihre Polymer-Klassen sortiert werden. Dafür hält STEINERT mit der UniSort BlackEye auch schon die nächste Lösung bereit.

Mehr Info: karl.hoffmann@steinert.de