Wertstoffe sortieren statt wegwerfen!

11 December 2014

STEINERT: praktikable Lösungen für die Verwertung von Elektroschrott

Schwerpunktthema der WRF Electronics Recycling Asia Conference (11. bis 14. November 2014 in Singapur) war das immer kritischer werdende globale Problem des Recyclings von Elektroschrott. Die Tagungsteilnehmer betonten die Wichtigkeit, die verschiedenen Interessengruppen zusammenzubringen und tauschten sich über ihr Know-how und ihre Erfahrungen aus. Dabei ging es auch um Informationen über ihre Produkte, die zum Finden praktikabler Lösungen beitragen können, sowie um nachhaltige Ansätze, um das Elektroschrott-Problem über gemeinsame Verantwortung und Selbstverpflichtung zu lösen.

Zu den Referenten gehörte auch Patrick Lindweiler von STEINERT Deutschland. Er sprach über Technologien für die Rückgewinnung wertvoller Metalle und Kunststoffe aus Elektroschrott.

Das Elektroschrott-Problem

Übliche Elektrogeräte für Haushalt und Büro enthalten wertvolle, nicht erneuerbare Ressourcen wie Gold, Stahl, Kupfer, Zink und Aluminium, die am Ende der Produktlebensdauer für eine spätere Nutzung vollständig wiedergewonnen werden können. Diese Geräte enthalten aber auch gefährliche Stoffe wie z. B. Blei, Kadmium und Quecksilber, die bei unsachgemäßer Entsorgung erhebliche Umweltschäden hervorrufen können (Australische Statistikstelle, 2013).

Zudem hat die rasante technologische Entwicklung zur Folge, dass diese Produkte immer günstiger werden und schneller veralten als je zuvor. Jedes Jahr werden deshalb Millionen Tonnen veralteter Elektrogeräte entsorgt, so dass der Elektroschrott-Berg zu den am schnellsten wachsenden Müllbergen weltweit gehört.

Internationale Lösungsansätze

Weltweit gibt es eine Reihe von Elektroschrott-Programmen, die sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen und sich auch bei ihrer Effizienz deutlich unterscheiden. Die UN-Initiative (Solving the E-Waste Problem, StEP) zur Lösung des Elektroschrott-Problems will eine weltweite Lösung entwickeln, gestützt auf eine politische Analyse, Kapazitätsplanungen und Pilotprojekte.

In Europa gibt es die EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE), die in allen EU-Ländern in nationales Recht umgesetzt wurde. Sie will eine höhere Recycling- und Wiederverwertungsquote über Sammelprogramme erreichen und die Hersteller elektrischer Geräte für das Recycling ihrer Produkte am Ende der Nutzungsdauer in die Pflicht nehmen.

Kanada hat 2004 ein nationales Rücknahmeprogramm eingeführt, um die Recyclingkosten für entsorgte Elektroprodukte abzudecken. In den USA ist der Umgang mit Elektroschrott größtenteils auf bundesstaatlicher Ebene geregelt. Dabei gibt es eine Reihe von Ansätzen, unter anderem Rücknahmeprogramme, Vermeidung der Deponierung, Aufklärungsprogramme und Verbote.

Viele asiatische Länder haben für das Recycling von Elektroschrott spezielle Gesetze oder bereiten diese gerade vor. Von besonderer Bedeutung sind dort der Import von Elektroschrott und die möglichen Umweltschäden durch unsachgemäßen Umgang mit Elektroschrott. Diese Länder laufen Gefahr, Müllplätze für unerwünschte, gefährliche Reststoffe zu werden, die nach der Rückgewinnung der wertvollen Materialien anfallen. Elektroschrott fällt unter das Basler Übereinkommen, das grenzüberschreitende Transporte gefährlicher Abfälle – insbesondere von hoch entwickelten in weniger hoch entwickelte Länder – eindämmen will. Dennoch werden heute immer noch große Mengen Elektroschrott illegal in Entwicklungs- und Schwellenländer exportiert.

2011 hat die australische Regierung das National Television and Computer Recycling Scheme (NTCRS) gestartet. Dieses nationale von der Industrie finanzierte Recyclingprogramm soll als erster Schritt zur Lösung des wachsenden Elektroschrott-Problems das Recycling von Fernsehern und Computern fördern und erleichtern.

Zwar gab es bei diesem Programm noch einige „Kinderkrankheiten“, doch zurzeit läuft eine Bewertungsuntersuchung, die die erkannten Probleme beheben und Verbesserungen erarbeiten soll, damit sich in Australien dauerhaft eine Recyclingbranche für Elektroschrott etabliert.

Elektroschrott ist zwar weltweit ein größeres Problem, doch er bietet der Recyclingbranche große Zukunftschancen im Hinblick auf Investitionen, Kapazitätserweiterungen und Arbeitsplätze. Veranstaltungen wie die WRF Electronics Recycling Asia Conference bieten ein Forum für die verschiedenen Interessengruppen, bei dem sie Informationen austauschen und zusammenarbeiten können, um tragfähige Lösungen für das Problem zu finden.

 

Australian Bureau of Statistics. Electronic and Electrical Waste, letzte Aktualisierung am 18. Februar 2013. http://www.abs.gov.au/ausstats/abs@.nsf/Products/4602.0.55.005~2013~Main+Features~Electronic+and+Electrical+Waste?OpenDocument